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bauhausforum 2013

Einladung

Zwei Jahrestage fallen zusammen, also findet eine Veranstaltung statt. Anlässlich des 120. Geburtstages von Carl Fieger und der zwanzigsten Verleihung des Carl-Fieger-Preises durch den Bauhaus Dessau e.V. an Studierende der FH Anhalt aus den Fachbereichen Architektur und Design laden der Bauhausverein, die Stiftung Bauhaus und die Fachhochschule Anhalt zum 12. Juni in das Bauhaus Dessau ein. 

Carl Fieger zum 120. Geburtstag

Carl Fieger (1893-1960) war kein Mann der lauten Worte, kein Mann der Programme und ausgebreiteter Theorien. Seine bis heute sichtbaren Statements sind die eigenen Entwürfe, sowohl die Papier gebliebenen als auch die realisierten. Davon zeugen vor allem seine beiden Dessauer Bauprojekte – sein eigenes Wohnhaus in der Siedlung Törten (1927) und die Gaststätte Kornhaus an der Elbe (1929-1930). Bereits das Wohnhaus, mit neuer Bautechnik errichtet, fand als experimenteller Beitrag international Beachtung. Das Kornhaus gehört zu den herausragenden Dessauer Gebäuden der Moderne. Neben der Architektur geht die gesamte Innenausstattung des Hauses auf Entwürfe Fiegers zurück, darunter runde Stahlrohr-stühle, die heute in der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau aufbewahrt werden.

Neben Ludwig Hilberseimer, Ludwig Mies van der Rohe, Lilly Reich und anderen Bauhäuslern präsen-tierte er auf der Deutschen Bauausstellung in Berlin 1931 seine Vorstellung vom modernen Wohnen.

Fieger, der immer auch freien gestalterischen Tätigkeiten nachging, arbeitete als langjähriger Mitarbeiter im Architekturbüro von Walter Gropius an wegweisenden Bauten der Moderne wie dem Fagus-Werk in Alfeld an der Leine und dem Dessauer Bauhausgebäude mit. Sowohl unter Walter Gropius als auch unter Hannes Meyer lehrte er am Bauhaus.

Carl Fieger war einer von denjenigen, ohne die wohl kein Team mit kreativen wie individuellen Köpfen auf produktive Weise bestehen kann: Ein Mann des Vermittelns, des Unterstützens eines eingeschlagenen Weges zu einem gemeinsamen Projekt.

Nach dem Krieg kehrte er aus Berlin in das schwer zerstörte Dessau zurück, wo er sich aktiv für den Wiederaufbau der Stadt und eine Wiederbelebung des Bauhauses als Institution engagierte. Anfangs der 1950er Jahre entwarf er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Deutschen Bauakademie Berlin den ersten Plattenbau in Berlin Treptow. Kurz darauf musste Carl Fieger seine Architektentätigkeit krankheitsbedingt beenden und starb 1960 in Dessau.


Forum "Die Moderne denken"

Bild: Forum - Die Moderne denken

Mit dem Verschwinden jener Gesellschaften, die im Spannungszusammenhang der Modernisierung sowohl systematisch als auch lebensweltlich auseinander gebrochen sind, ist das Nachdenken über die Möglichkeit der Moderne nicht hinfällig, sondern dringlicher geworden. "Die Moderne denken" war ein Projekt, dies vor dem Hintergrund der Grundsätze des Bauhaus Dessau e.V. auszuloten. Es war angelegt als ein interdisziplinäres Gespräch zu zivilisationstheoretischen, zeitlichen, räumlichen, gegenständlichen und methodischen Aspekten der Moderne.

Initiative für das Projekt und Leitung der beiden Seminare lagen bei Chup Friemert. Die Teilnehmer waren eingeladen mit Vorträgen und in kurzen Referaten ihre Auffassungen darzulegen, welcher aufzuarbeitender Bestand der Moderne in eine aufhebbare Substanz transformiert werden kann. Es waren Zeugnisse wider- sprüchlichen Einverständnisses und gesuchter Distanz. Ein erfolgreicher Versuch die Moderne nicht zu redigieren, sondern im Sinne des historischen Bauhauses unter Beachtung der gesellschaftlichen Veränderungen Aspekte für künftiges Denken zur Moderne aufzuzeigen.

Das Projekt wurde im Frühjahr 1991 als Seminarreihe im Bauhaus Dessau begonnen und ist im Juni 1992 fortgeführt worden. Texte aus dem Projekt wurden in der Fachzeitschrift form+zweck als Beiträge sowie 1995 als Sonderheft veröffentlicht.

Sie sind über www.formundzweck.com abrufbar.