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Hirdina Lecture I

»Nicht, dass das am Ende zu kopflastig wird!« · Lesung und Gespräch

Heinz Hirdina in der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, 1989/90. Foto Silke Rothkirch

Dominik Harborth aus Freiburg und Thomas Schmiedgen aus Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) begegneten sich in den frühen 1990er Jahren in einem der ersten deutsch-deutschen Jahrgänge an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee. Die Vorlesungen bei Heinz Hirdina waren Pflicht – und Hirdinas Anforderungen an Geschriebenes für die meisten Studierenden eine Überforderung. Dennoch: Einige konnten für Text und Forschung erweckt werden.

Zweimal drei Designer*innen: Für die erste Hirdina Lecture haben Schmiedgen und Harborth aus Hirdinas Vorlesungsskripten »herausragende Gestalter(*innen) des 19. und 20. Jahrhunderts« ausgewählt und werden sie in kurzen Auszügen im Format eines Speed-Datings vortragen. Zudem liest Dominik Harborth Heinz Hirdinas Text »Form follows Folgen« aus dem design report 09/2000. Hirdina hatte ihn nach langem Zögern über eine Publikation von Harborth verfasst.

Die Veranstaltung findet am 2. Juli 2026 um 18 Uhr im Rahmen der Sonderausstellung »Gestalten für Berlin. Design aus der Kunsthochschule Berlin-Weißensee« im Werkbundarchiv – Museum der Dinge e.V. statt.


Dominik Harborth, geb. 1968 in Freiburg im Breisgau, 1990–96 Studium Industrial Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und Produkt-Design an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee. Seit 1996 selbständig als Produkt- und Kommunikationsdesigner (Adam + Harborth Berlin, SIEBENSACHEN The designers’ brand, BUERO HARBORTH Produktdesign / Corporate Identities). Zahlreiche Lehrtätigkeiten, darunter Professuren an der KHB, der Escola Superior de Artes e Design Berlim na Bahia, Salvador (Brasilien), der China Academy of Artin Hangzhou / Universität der Künste Berlin, der Freien Universität Bozen (Italien) und der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Derzeit lehrt er an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt.

Thomas Schmiedgen, geboren 1968 in Karl-Marx-Stadt. Nach Jahren als Werkzeugmacher, Krankenpfleger, Zivildienstleistender und Bauarbeiter von 1992–97 Studium des Produkt-Designs an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee. Seit fast 30 Jahren selbständig und Partner bei Artegraph, einer Berliner Agentur für Kommunikationsdesign mit einem großen Standbein in den Themen Architektur, Didaktik und Technik. Die Begegnung mit Heinz Hirdina in verschiedenen Vorlesungen und Seminaren empfand er nie als konfliktfrei, aber immer inspirierend.

Hirdina Lectures

Heinz Hirdina (1942–2013), Philosoph, Kulturwissenschaftler und Publizist, gilt als einer der wichtigsten Designtheoretiker in der DDR und im geeinten Deutschland. Von 1987 und 2004 hielt er an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Vorlesungen zur Theorie und Geschichte des Designs, die diese von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart fächerübergreifend darstellten. Im Rahmen der Sonderausstellung „Gestalten für Berlin. Design aus der Kunsthochschule Berlin-Weißensee“ werden Vorlesungen Hirdinas von ehemaligen Studierenden erneut aufgegriffen und diskutiert.

Die dreibändige Publikationsreihe mit Heinz Hirdinas Vorlesungen, herausgegeben von Achim Trebeß und vom bauhaus dessau e.V. gefördert, wurde 2020 und 2024 von der Stiftung Bauhaus Dessau im Verlag Spector Books veröffentlicht.
Wir danken für die Unterstützung der Veranstaltungen.

Der bauhaus dessau e.v. unterstützt das Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm der Sonderausstellung mit einer Förderung.


Prof. Dr. Heinz Hirdina (1942–2013) war Gründungsmitglied des bauhaus dessau e.v.